Das Modell externe Marketingabteilung wird bekannter, und das hat eine Nebenwirkung. Immer mehr Anbieter schreiben sich den Begriff auf die Website, darunter klassische Agenturen, die ihr Projektgeschäft nur neu etikettiert haben. Der Begriff ist nicht geschützt. Jeder darf ihn benutzen, unabhängig davon, ob dahinter ein laufender Betrieb steht oder dieselbe Kampagnen-Denke wie zuvor, jetzt mit einem moderneren Wort auf der Startseite.
Für Sie als Geschäftsführung heißt das: Sie müssen selbst prüfen können, was hinter dem Etikett steckt. Dieser Beitrag gibt Ihnen sieben Kriterien an die Hand, an denen sich ein seriöser Anbieter erkennen lässt. Zu jedem gehört eine konkrete Prüffrage, die Sie im Erstgespräch stellen können. Die Liste ist als neutrale Checkliste gedacht. Stellen Sie die Fragen jedem Anbieter, den Sie erwägen, und stellen Sie sie ausdrücklich auch uns. Wenn wir eine davon nicht sauber beantworten, gilt für uns dieselbe Schlussfolgerung wie für jeden anderen.
Kriterium 1: Nennt Preise oder das Preismodell vor der Beauftragung
Ein seriöser Anbieter sagt Ihnen früh, wie er abrechnet und in welcher Größenordnung Sie liegen, spätestens im ersten ernsthaften Gespräch. Er verschanzt sich nicht hinter der Formel, das lasse sich pauschal nicht sagen, um Sie erst durch mehrere Termine zu ziehen, bevor eine Zahl fällt. Ein festes Modell, etwa ein Monatsbetrag mit klar benanntem Leistungsumfang, zeigt, dass er seinen eigenen Aufwand kennt und nichts zu verstecken hat.
Preisverschleierung ist umgekehrt ein Warnzeichen. Wer den Preis so lange offenlässt, bis er Ihr Budget kennt, richtet ihn am Ende nach Ihrem Budget aus statt an der Leistung. Das ist der Anfang einer Zusammenarbeit, in der Sie nie genau wissen, wofür Sie zahlen.
Prüffrage: Was kostet die Zusammenarbeit ungefähr, und wie ist das Preismodell aufgebaut? Wenn ich das heute frage, bekomme ich eine belastbare Größenordnung oder nur einen weiteren Termin?
Kriterium 2: Zeigt eigene Arbeit statt fremder Logos
Viele Anbieter schmücken ihre Startseite mit einer Wand bekannter Kundenlogos. Das beeindruckt und sagt fast nichts. Ein Logo verrät nicht, was der Anbieter für diese Firma tatsächlich getan hat, ob er das Ergebnis verantwortet hat oder nur ein kleines Teilprojekt beisteuerte, und ob die Zusammenarbeit gut lief. Logos sind das billigste Vertrauenssignal, das es gibt.
Aussagekräftiger ist eigene Arbeit, die Sie anschauen können. Betreibt der Anbieter sein eigenes Marketing sichtbar und gut? Taucht er selbst bei Google und in KI-Antworten auf, wenn Sie nach seiner Leistung suchen? Wer Sichtbarkeit verkauft, aber selbst unsichtbar ist, empfiehlt Ihnen etwas, das er im eigenen Haus nicht hinbekommt. Der Eigenbetrieb ist die ehrlichste Referenz, denn dort sehen Sie das Ergebnis ungeschminkt.
Prüffrage: Zeigen Sie mir Ihr eigenes Marketing. Wie sichtbar sind Sie selbst bei Google und in KI-Antworten, und was genau haben Sie für einen konkreten Kunden gebaut, über die reine Nennung im Kundenstamm hinaus?
Kriterium 3: Berichtet monatlich mit Kennzahlen statt mit Aktivitäten
Hier trennt sich der Betrieb vom Beschäftigungsnachweis. Ein schwacher Anbieter berichtet, was er getan hat: so viele Beiträge geschrieben, so viele Anzeigen geschaltet, so viele Stunden gearbeitet. Das klingt nach Fleiß und sagt nichts über Ergebnisse. Ein seriöser Anbieter berichtet, was dabei herauskam: wie sich Sichtbarkeit, Anfragen und die anderen Kennzahlen entwickelt haben, im Klartext und jeden Monat.
Der Unterschied ist grundlegend. Aktivitäten kann man auch dann vorweisen, wenn nichts wirkt. Kennzahlen zwingen zur Ehrlichkeit, weil sie zeigen, ob die Arbeit trägt. Ein Anbieter, der Ihnen jeden Monat einen Bericht mit Zahlen und einer Empfehlung für den nächsten Schritt gibt, gibt Ihnen die Grundlage, um zu entscheiden, ob sich die Zusammenarbeit lohnt. Ein Anbieter, der nur Tätigkeiten auflistet, nimmt Ihnen diese Grundlage.
Prüffrage: Wie sieht Ihr Monatsbericht aus? Steht darin, wie sich meine Anfragen und meine Sichtbarkeit entwickelt haben, oder listen Sie auf, wie viele Beiträge und Anzeigen Sie produziert haben?
Kriterium 4: Sagt Ihnen, für wen er nicht passt
Ein Anbieter, der für jeden passt, passt für niemanden richtig. Wer Ihnen im Erstgespräch offen sagt, in welchen Fällen seine Leistung nichts bringt oder ein anderer Weg besser wäre, denkt an die lange Zusammenarbeit statt an den schnellen Abschluss. Diese Ehrlichkeit ist selten, weil sie kurzfristig Aufträge kostet. Genau deshalb ist sie ein starkes Signal.
Ein Anbieter, der auf jede Frage mit Ja antwortet und für jede Branche und jede Größe die passende Lösung parat hat, verkauft. Ein Anbieter, der sagt, für Ihren Fall sind wir vielleicht nicht die Richtigen, hier ist der Grund, gibt Ihnen etwas Wertvolleres als ein Verkaufsgespräch: eine ehrliche Einschätzung. Fragen Sie aktiv danach, denn von selbst sagt es kaum jemand.
Prüffrage: Für welche Kunden sind Sie ausdrücklich nicht die richtige Wahl, und in welchem Fall würden Sie mir von einer Zusammenarbeit abraten?
Kriterium 5: Definiert, wo seine Arbeit endet
Unklare Zuständigkeiten sind der häufigste Grund, warum eine Zusammenarbeit sich zäh anfühlt. Ein seriöser Anbieter sagt Ihnen vorab, was in seine Leistung fällt und was nicht, was er von Ihnen braucht und wo die Übergabe an Ihren Vertrieb liegt. Diese Grenze zeigt Klarheit, keinen Unwillen. Sie wissen dann, wofür Sie zuständig bleiben und wofür er geradesteht.
Ohne diese Grenze entstehen die Reibungen, die Zusammenarbeit vergiften. Der Anbieter denkt, das mache der Kunde, der Kunde denkt, das sei Teil der Leistung, und am Ende bleibt eine Aufgabe liegen. Fragen Sie deshalb konkret, wo seine Arbeit aufhört und Ihre anfängt, besonders an der wichtigsten Stelle: dem Moment, in dem eine Anfrage entsteht und an Ihren Vertrieb übergeben wird.
Prüffrage: Wo genau endet Ihre Arbeit, was brauchen Sie dafür von uns, und was passiert an dem Punkt, an dem eine Anfrage reinkommt und mein Vertrieb übernimmt?
Kriterium 6: Ist senior besetzt statt mit einem Pitch-Team
Ein bekanntes Muster im Agenturgeschäft: Im Erstgespräch sitzt die erfahrene Führungskraft, die überzeugt und Vertrauen schafft. Nach der Unterschrift betreut Sie ein Junior-Team, das die erfahrene Person nur aus dem Kickoff kennt. Sie kaufen die Seniorität aus dem Pitch und bekommen im Alltag eine andere.
Fragen Sie deshalb, wer Ihr Konto nach der Unterschrift tatsächlich betreut, mit Namen und Rolle. Ein seriöser Anbieter kann das benennen, und im besten Fall arbeitet, wer im Erstgespräch sitzt, danach auch an Ihrem Marketing. Bei gründergeführten Anbietern ist das oft der Fall, weil derjenige, der verkauft, auch liefert. Ein Anbieter, der bei dieser Frage ausweicht, hat den Wechsel vom Pitch-Team zum Alltags-Team wahrscheinlich eingeplant.
Prüffrage: Wer betreut mein Konto nach der Unterschrift, mit Namen und Erfahrung? Arbeiten die Leute, die heute im Gespräch sitzen, danach auch an meinem Marketing?
Kriterium 7: Denkt in Systemen statt in Kampagnen
Das letzte Kriterium ist das wichtigste, weil es über den Ertrag der ganzen Zusammenarbeit entscheidet. Ein Anbieter, der in Kampagnen denkt, verkauft Ihnen Ausschläge: vier Wochen Anzeigen, ein Ausschlag an Aufmerksamkeit, dann ist das Budget weg und die Sichtbarkeit auch. Ein Anbieter, der in Systemen denkt, baut einen Ablauf, der jeden Monat weiterträgt, in dem Sichtbarkeit zu Kontakten wird, Kontakte zu Anfragen und zufriedene Kunden zu neuer Sichtbarkeit.
Sie erkennen den Unterschied an der Sprache. Wer von der nächsten Kampagne, dem großen Launch und dem einen Kanal spricht, denkt in Ausschlägen. Wer davon spricht, wie die Teile zusammenwirken und was der eine Schritt für den nächsten leistet, denkt in einem System. Fragen Sie, wie die Arbeit in sechs Monaten aussieht, wenn das erste Budget verbraucht ist. Bei einem System läuft dann aufgebaute Sichtbarkeit weiter. Bei einer Reihe von Kampagnen steht das Rad wieder still, sobald der letzte Stoß vorbei ist.
Prüffrage: Was von dem, was Sie aufbauen, arbeitet in sechs Monaten noch für mich, wenn das erste Budget verbraucht ist? Oder brauche ich dann die nächste Kampagne, damit überhaupt etwas passiert?
So nutzen Sie die Checkliste
Diese sieben Fragen sind kein Test, den nur wir bestehen. Sie sind ein Werkzeug für Ihre Entscheidung, unabhängig davon, für welchen Anbieter Sie sich am Ende entscheiden. Nehmen Sie die Liste ins nächste Erstgespräch mit, egal mit wem, und achten Sie weniger auf die glatte Antwort als auf die Bereitschaft, überhaupt konkret zu werden.
Ein seriöser Anbieter freut sich über diese Fragen, weil er sie beantworten kann und weil sie zeigen, dass Sie das Modell verstanden haben. Ein Anbieter, der bei mehreren dieser Fragen ausweicht, verschleiert oder ins Allgemeine flüchtet, gibt Ihnen die Antwort schon durch sein Ausweichen. Sie brauchen keine Branchenkenntnis, um das zu erkennen. Sie brauchen nur die sieben Fragen und die Geduld, auf eine klare Antwort zu bestehen.
Wir meinen, was wir geschrieben haben, deshalb die Einladung: Stellen Sie uns diese sieben Fragen. In einem Marketing-Check.
Häufige Fragen
- Ist der Begriff externe Marketingabteilung geschützt?
- Nein. Der Begriff ist nicht geschützt, jeder Anbieter darf sich so nennen, auch eine klassische Agentur, die ihr Projektgeschäft nur neu etikettiert hat. Deshalb müssen Sie selbst prüfen, ob dahinter ein laufender Betrieb mit Team-Breite steht oder dieselbe Kampagnen-Denke wie zuvor. Die sieben Kriterien in diesem Beitrag geben Ihnen dafür konkrete Prüffragen an die Hand.
- Welche Frage entlarvt einen unseriösen Anbieter am schnellsten?
- Die Frage nach dem Preis und die Frage, was in sechs Monaten noch für Sie arbeitet. Wer den Preis so lange offenlässt, bis er Ihr Budget kennt, richtet den Preis nach Ihrem Budget aus statt nach der Leistung. Und wer auf die Sechs-Monats-Frage nur mit der nächsten Kampagne antwortet, verkauft Ihnen Ausschläge statt eines Systems, das weiterträgt. Beide Antworten verraten mehr als jede Präsentation.
- Warum ist eigene Arbeit als Referenz aussagekräftiger als Kundenlogos?
- Ein Kundenlogo verrät nicht, was der Anbieter für diese Firma tatsächlich getan hat, ob er das Ergebnis verantwortet hat oder nur ein Teilprojekt beisteuerte. Der Eigenbetrieb dagegen zeigt das Ergebnis ungeschminkt: Ist der Anbieter selbst bei Google und in KI-Antworten sichtbar, wenn Sie nach seiner Leistung suchen? Wer Sichtbarkeit verkauft, aber selbst unsichtbar ist, empfiehlt Ihnen etwas, das er im eigenen Haus nicht hinbekommt.